Cordoba

Cordoba gefällt uns als Stadt sehr gut. Die Altstadt ist nicht riesig, aber wunderschön.

Wir wohnen im Santa Ana Hostal.

Abends gehen wir ein bisschen am Ufer des Flusses Guadalquivir spazieren (Ja, der fließt hier auch :)) und stoßen dabei auf die bekannte römische Brücke, die zum Turm „Torre de la Calahorra“ führt. Bei untergehender Sonne singt eine Frau mit träumerischer Stimme, begleitet von einer Gitarre. Ein bisschen weiter spielen drei Jungs Gitarre und Cajon. Am Ende der Brücke steht ein Jazz-Musiker mit Saxophon und neben dem Turm tanzen ein paar Frauen Zumba zu fröhlichen Liedern. Es ist eine total angenehme, friedliche Stimmung. Das Wasser plätschert unter der Brücke und ein paar Vögel fliegen darüber, während hinter der Mezquita die Sonne untergeht.

Am nächsten Morgen frühstücken wir sehr lecker Marmeladen-Toastada. Es wird immer mit Toast übersetzt, aber es ist einfach viel besser als normales Toast. Es ist nicht nur eine dünne Scheibe, sondern eine Hälfte Baguette und die wird richtig geröstet.

Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Mezquita. Cordoba ist eine verrückte Stadt. Die Mezquita ist Weltkulturerbe, weil sie in ihrer arabischen Anfangszeit eine Moschee war und dann zu einer Kathedrale wurde. Anschließend an die Mezquita befindet sich das jüdische Viertel. Ich finde, wenn die Weltreligionen in Cordoba koexistieren können, warum dann nicht auch im Rest der Welt?

Die Mezquita ist wunderschön von innen. Mir gefällt der muslimische Teil von der Architektur her fast ein bisschen besser. Aber auch wenn man aus dem gemütlichen Licht des muslimischen Teils in den hellen Teil der zentralen Kathedrale tritt und christlicher Kunst gegenüber steht ist das beeindruckend.

Von der Mezquita schlendern wir zum Alkazar. Dieses Schloss/Burg lohnt sich wegen seines großen wunderschön bepflanzten Garten mit den vielen Brunnen. Hier hat wohl Columbus das spanische Königspaar um Unterstützung für sein Vorhaben gebeten.

Was mir bei der Gelegenheit auffällt : warum werden eigentlich alle Namen aus anderen Ländern der eigenen Sprache angepasst? In Portugal hieß die Königin Isabel auf Englisch Elisabeth. Audioguides übersetzen den spanischen König Carlos in König Karl. Lisboa heißt zu deutsch Lissabon. Warum? Kann man nicht einfach die richtigen Namen nehmen?

Mittags probieren wir das erste Mal in unserem Leben Paella – allerdings die vegetarische Version. 🙂

Unsere Siesta dehnt sich ein bisschen länger aus als eigentlich geplant. Das stellt sich aber als Glück heraus. Plötzlich hören wir von draußen Blasmusik. Direkt unter unserem Fenster zieht eine christliche Prozession vorbei! Ein Weihrauch-schwenkender junger Mann schreitet relativ weit vorne. Dahinter wird ein großes Podest mit einer goldenen Jungfrauen-Statue darauf herum getragen. Dazu braucht es etwa 10 Männer unter dem Podest, verdeckt durch eine Decke, welche die Statue auf ihren Nacken zu tragen scheinen! Direkt unter unserem Fenster kommt der Umzug zum Stehen und die Männer unter dem Podest tauschen mit neuen Trägern. So einen dichten Blick hätten wir unten auf der Straße niemals auf die Statue bekommen. Als sich der Zug wieder in Bewegung setzt fängt die Blaskapelle hinter der Statue wieder an zu spielen.

Wir folgen dem Weihrauch-Geruch durch die Straßen und holen die Prozession vor der Mezquita wieder ein. Es ist ein ergreifendes Gefühl die Glocken läuten zu hören und zugleich die Kapelle spielen und zu sehen wie so vielen Menschen dieser Umzug wichtig zu sein scheint.

Wir haben übrigens später die Dame an der Rezeption gefragt ob sie weiß, was das für ein Umzug war. Sie sagt, es scheint Leute in der Stadt zu geben, welche der Statue hin und wieder ein bisschen frische Luft gönnen. 😀

Nach einem kurzen Bummel durch das jüdische Viertel machen wir uns auf den Weg zu unserer Abendveranstaltung: einer Pferdeshow des königlichen Reitstalls Cordoba, mit Andalusiern, den wunderschönen Pferden der Region.

Vom Alkazarturm kann man übrigens einen Blick auf die königliche Pferdeanlage werfen.

Was mir beim Kauf der Tickets nicht hundertprozentig präsent war: die Pferde und Kostüme der Reiter sind zwar wunderschön. Aber die Pferde müssen irgendwie zu Kunststücken gebracht werden, richtig? Ich fürchte ich kann solche Shows nicht richtig genießen, da es für mich ein bisschen nach Tierquälerei aussieht.

Teil der Show war neben den wunderschönen Tieren eine genauso schöne Flamenco-Tänzerin, so haben wir den Flamenco auch kennen lernen dürfen. 🙂

Wir fanden Cordoba beide wunderschön und finden ein Besuch der Stadt lohnt sich definitiv!

Viele liebe Grüße,

Katharina

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